Tischtennis in Deutschlands größtem Gefängnis

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Tischtennis in Deutschlands größtem Gefängnis

Tischtennisspieler des Post SV Augsburg besuchen die JVA in München-Stadelheim und spielen mit Gefangenen Tischtennis – Die Lechwerke (LEW) ermöglichen diese Aktion im Rahmen des Post SV-Projekts „Wir fördern Talente!“

Etwas vorsichtig und befangen waren die Jugendlichen des Post SV Augsburg schon, als das große Tor der JVA sich geöffnet und hinter ihnen wieder geschlossen hatte. Eine solche doch ziemlich unheimliche Situation kannten sie bisher nur von Film und Fernsehen. Doch als es nach einer sehr ausführlichen und äußerst lehrreichen Führung durch die mit 14 ha sehr weitläufige und mit derzeit ca. 1400 Häftlingen größte deutsche Haftanstalt in der sehr schönen Sporthalle der JVA zum unmittelbaren Kontakt mit den jungen Gefangenen kam, änderte sich das Empfinden schlagartig. Durch die gemeinsamen sportlichen Aktivitäten entstand sofort eine Atmosphäre, als ob die jungen „Postler“ in ihrer eigenen Halle zu Hause im Verein trainieren würden. Alle Beteiligten waren mit Feuereifer bei der Sache. Auch die Gefangenen waren ganz begeistert von dem für sie seltenen zusätzlichen Sportangebot. Die stellvertretende Anstaltsleiterin, Frau Ruß, dankte deshalb den Augsburger Gästen für ihren Besuch und auch für die mitgebrachten Geschenke der Augsburger Tischtennis-Kiste. Prof. Dr. Arloth, Amtschef im Bayerischen Justizministerium, der seit vielen Jahren das Engagement der Augsburger Tischtennisspieler im Strafvollzug begleitet und unterstützt, freute sich ebenfalls über die Begeisterung der jungen Gefangenen. Dr. Carsten Matthias, Geschäftsführer des Bayerischen Tischtennis-Verbandes, war ebenfalls äußerst angetan von der Intensität und den Wirkungen dieser besonderen Trainingseinheit. Er würde sich über weitere derartige Aktionen sehr freuen. Auch die „Postler“ aus Augsburg würden sich über Nachahmer ihrer Initiativen sehr freuen. Jedenfalls fuhren die jungen Augsburger und auch ihre erwachsenen Begleiter mit vielen neuen Eindrücken bereichert wieder nach Hause.

An dieser Stelle folgt noch ein Erlebnisbericht der jungen Post-SV-Spieler Fabian und Elias Wiedemeyer:

 „Als wir an der JVS ankamen, wirkte das Gefängnis mit den hohen Mauern und den strengen Sicherheitskontrollen im Eingangsbereich sehr erdrückend auf uns.  Am Vormittag bekamen wir eine Führung durch das Gefängnis. Das war sehr interessant, z. B. als uns zwei Justizbeamte die kleinen Unterrichtsräume der U-Häftlinge zeigten. Auch Häftlinge müssen lernen. Wir durften sogar während eines Hofgangs für die Häftlinge auf den Hof. Das war eine beklemmende Situation, mit all den Häftlingen gemeinsam auf dem Hof zu stehen. Aber die Gefängniswärter waren ja auch mit dabei. Mittags durften wir in der Kantine für die Angestellten essen – und das Essen hat erstaunlich gut geschmeckt. Das haben nämlich auch Gefangene mit zubereitet. Nachdem alle fertig gegessen hatten, gingen wir in die Sporthalle. Die war wirklich super und modern. Dort konnten wir mit den Häftlingen Tischtennis spielen. Wir spielten auch Spiele wie z. B. „Rundlauf“ oder „Minitischtennis“. Das Spielen mit den Häftlingen machte sehr viel Spaß – und alle verstanden sich gut miteinander und lachten auch. Mit ein paar Gefangenen kamen wir sogar ins Gespräch. Zum Schluss spielten alle auf Dieters Anweisung noch eine Übung, welche nur funktionierte, wenn alle mitmachten. Alles hat super geklappt. Unser Eindruck des Tages war sehr positiv und sehr eindrucksvoll, denn beim Spiel hatten wir alle einfach nur Spaß miteinander, so als wäre man gar nicht in einem Gefängnis.“

By | 2019-08-15T11:05:26+02:00 7. August 2019|Alle, Wir fördern Talente|