Ein etwas anderes Portrait

(über einen Zeitraum von 30 Jahren erstellt)

Ein Jubiläum besonderer Art feiert zu Beginn dieser Spielzeit die Nummer eins des Post-SV, Dieter Voigt. Der 25jährige, seit 1979 Jurastudent an der Uni Augsburg und seit Februar dieses Jahres nach Ablegung der ersten Staatsprüfung Rechtsreferendar, spielt seit zehn Jahren ohne Unterbrechung in der ersten Mannschaft der Augsburger. ln dieser Zeitspanne hat der vierfache bayerische Meister rund 200 Punktspiele für seinen Club bestritten und maßgeblichen Anteil daran, daß den Post-Herren in nur fünf Jahren der Durchmarsch von der Schwabenliga bis in die zweithöchste deutsche Klasse gelang.

Mit welcher Zuverlässigkeit und Ausdauer der gebürtige Augsburger dem geliebten Tischtennissport nachgeht, beweist mit Nachdruck, daß er seiner Mannschaft in keinem Punktspiel fehlte. Nur einmal, vor fünf Jahren in der Bayernliga gegen den TTC Perlach, mußte er passen. Die Infektionskrankheit Mumps bedeutete ärztlicherseits Spielverbot und die kampflose Abgabe von zwei Punkten an den Gegner.
Voigt begann mit dem Tischtennis 1969 im Post-SV, als dieser noch in der ersten Bundesliga war. Wie bitter Niederlagen sein können, erfuhr der jugendliche Dieter Voigt schon früh, denn Erfolge stellten sich erst allmählich ein. Untröstlich war der trainingsfleißige Spieler, als er im letzten Jugendjahr im Endspiel um die bayerische Jugend-Einzelmeisterschaft nach einer 20:9-Führung Satz und Spiel verlor.

Der junge Dieter Voigt

Mitte der siebziger Jahre wurde der bayerische und süddeutsche Rekordmeister und Ex- Nationalspieler Martin Neß, mit dem er fortan regelmäßig trainierte, zum sportlichen Vorbild für Voigt. In jener Zeit spielte er sich auch in die Bestenlisten. Erst bei der Jugend, dann in der Erwachsenenklasse. 1978 rückte Dieter Voigt in die Sonderklasse auf und gehört seither zur Elite in Bayern. Er gewinnt 1980 und 1982 das Sonderklassenturnier um den Bayernschild, wird mehrmals schwäbischer Meister und schließlich bayerischer Meister 1982 in Einzel und Doppel (mit Erwin Koppold).
1983 gelingt in Regensburg eine erfolgreiche Titelverteidigung im Doppel und im selben Jahr zusammen mit seinen Mannschaftskameraden Reinhold Berger und Jürgen Uwira der Gewinn der bayerischen Pokalmeisterschaft. Wie wertvoll der sympathische Sportler, der in der Kanzlei des ehemaligen FCA-Präsidenten Dr. Benedikt Lux auch schon die ersten beruflichen Schritte getan hat, aufgrund seiner Beständigkeit für die Mannschaft ist, geht Jahr für Jahr aus den Statistiken der Spielleiter hervor. lm Vorjahr in der Oberliga erreichte die Nummer eins des Post-SV, das stolze Ergebnis von 34:1 Siegen. Davor, in den drei Jahren zweite Bundesliga, gehörte unser Spitzenmann in der Abschlußbilanz im ersten Paarkreuz mit den Plätzen zwei, drei und vier ebenfalls zu den erfolgreichsten Akteuren.
Neben sportlichem Erfolg haben bei dem Jubilar untadeliges Auftreten und vor allem Ehrlichkeit und Fairneß im Spiel einen hohen Stellenwert. Selbst dann, wenn sich für ihn nach Korrektur umstrittener Entscheidungen einmal gravierende Nachteile ergeben sollten.
Beim Post-SV ist man froh und dankbar, einen Spieler mit solch sportlichen aber auch menschlichen Qualitäten in den eigenen Reihen zu haben. Man hofft natürlich auch, daß Dieter Voigt auch in Zukunft den Verlockungen auswärtiger Vereine, bis hinauf in die erste Bundesliga, standhält. (1983)

 

Ja, er hat standgehalten. Auch heute noch ist er für „seinen“ Post SV am Start und hat sich das Motto gesetzt, „Alles zurückgeben was ich erhalten habe“. 1992 wurde er aus der Ersten verabschiedet, doch nach mehr als 20 Jahren ist er wieder in der Ersten aufgetaucht. Er hat zwar ein paar Gramm mehr auf den Rippen, doch pflegter er  immer noch die gleiche Spielweise wie damals (1984). Für sein „Fair Play“ wurde er vom Bayerischen Tischtennis Verband ausgezeichnet und beruflich hat er sich genauso zielstrebig weiterentwickelt und arbeitet als als Rechtsanwalt im Augsburger Glaspalast in Kooperation mit der Kanzlei Dr. Hille Heinemann und Partner. Sozialrecht, Sozialversicherungsrecht und Mediation sind da ganz natürlich seine Fachrichtung. Sein soziales Engagement sieht man bei vielen Ereignissen. Als Präventionstrainer beim „Präventives und spielerisches Herz-Kreislauf-Training“, als auch bei vielen anderen Veranstaltungen. Man kann nur sagen: „Wohl dem Verein, der einen Dieter Voigt hat“ (2017)